Wo sich die Deutschen beim Thema Rente irren

Die staatliche Rente ist noch immer die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Mehr als 52 Millionen Versicherte – darunter rund 3,2 Millionen ausländische Mitbürger – erwerben bei der Deutschen Rentenversicherung Rentenansprüche, die spätestens mit 67 Jahren fällig werden. Allerdings halten sich einige Irrtümer rund um die Rente hartnäckig.
Das Thema Altersvorsorge vertagen die Deutschen allzu gern auf morgen. Entsprechend mangelt es vielen Bundesbürgern an Grundwissen. So sitzen viele Versicherte etwa dem Irrtum auf, die letzten Jahre vor der gesetzlichen Rente würden besonders gewichtet. Auf ihrer Internetseite berichtigt die Deutsche Rentenversicherung: „Dies wird oft von Betrieben behauptet, ist aber falsch. Die Rentenhöhe berechnet sich aus allen bis zum Rentenbeginn zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten. Dabei werden die letzten Jahre genauso behandelt wie die anderen Beitragsjahre auch.“

Neue Zuversicht
Doch nicht nur rund um die gesetzliche Rente ranken sich etliche Trugschlüsse. Auch in puncto privater Vorsorge bestehen erhebliche Wissenslücken. Beispiel Riester-Rente: Sie ist der Liebling der Deutschen. Laut des Trendberichts April des Deutschen Instituts für Vorsorge liegt sie mit 54 Prozent noch vor Immobilien und Lebensversicherungen. Nach den Erschütterungen durch die Finanzkrise wächst die Bereitschaft der Befragten wieder, Versorgungslücken in den nächsten zwölf Monaten zu schließen: Sechs Prozent mehr als im Vorquartal wollen innerhalb eines Jahres in diese private Altersvorsorge investieren. Doch reicht die zusätzliche Riester-Rente tatsächlich aus, um im Alter den Lebensstandard zu halten?

Die Riester-Rente soll die Lücke schließen, die durch das – im Zuge der Rentenreform 2001 – von 70 auf 63,5 Prozent des letzten Nettoeinkommens abgesenkte Niveau der gesetzlichen Rente entsteht. Diese Rechnung gilt aber nur für den so genannten Eck-Rentner, der von einem durchschnittlich hohen Einkommen 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse zahlt“, sagt Gerret Bäßler-Vogel von der AachenMünchener. Außerdem wird aufgrund der demografischen Entwicklung schon im Jahr 2030 das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung voraussichtlich auf rund 58 Prozent des letzten Nettoeinkommens sinken. Wer im Alter nicht jeden Cent zweimal umdrehen möchte, sollte zusätzliche Angebote zur privaten Vorsorge für sich prüfen.

Ausgewählte Irrtümer rund um die Rente:

  • Die Rente kommt automatisch.
  • Alle müssen jetzt bis 67 arbeiten.
  • Rente bekomme ich erst, wenn ich 15 Jahre gearbeitet habe.
  • Ehemänner haben keinen Anspruch auf Witwerrente.
  • Als Selbstständiger kann ich mir meine Rentenbeiträge auszahlen lassen.

Falsch. Alle Leistungen aus der Rentenversicherung müssen beantragt werden.

Wichtig: Rentenanträge spätestens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn stellen, damit die Rente pünktlich ausgezahlt werden kann.

Richtig ist: Erst ab Geburtsjahrgang 1964 muss man bis 67 Jahre arbeiten. Die Altersgrenze wird behutsam von 65 auf 67 gehoben. Wer bis 1946 geboren wurde, ist von den Gesetzesänderungen nicht betroffen.
Falsch. Seit 1984 ist für einen Rentenanspruch ab dem 65. Lebensjahr nur eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erforderlich. Hierauf werden neben Beitragszeiten, zu denen auch Kindererziehungszeiten zählen, auch Ersatzzeiten und Zeiten aus einem Versorgungsausgleich angerechnet.

Stimmt nicht. Seit der Reform des Hinterbliebenenrechts im Jahr 1986 sind Frauen und Männer in der Rentenversicherung gleichberechtigt.

Irrtum. Eine Auszahlung der Rentenbeiträge ist grundsätzlich nicht möglich. Nur wenn für weniger als fünf Jahre Rentenbeiträge eingezahlt wurden, können sich Selbstständige – frühestens mit 65 Jahren – die Beiträge erstatten lassen. (Quelle: AachenMünchener Versicherungen AG)

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