„Hoffnung für den Wohnungsbau: Jüngere drängen ins Wohneigentum“
Von Finanzredaktion | 28. Juni 2009 | Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »Wohn-Riester oft unbekannt
Der Wohnungsbau darf hoffen: 15 Prozent der 20- bis 40-jährigen Mieter erwägen, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein neues Haus zu bauen oder eine neue Wohnung zu kaufen. Bezogen auf alle Mieter ist es jeder Zehnte. Im Westen Deutschlands sind es 11 Prozent, im Osten 7 Prozent. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen e.V. „Der Wunsch der Jüngeren ist für den Wohnungsbau ein ermutigendes Signal“, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Andreas J. Zehnder.
Eine überdurchschnittliche Bereitschaft zum Eigenheimerwerb zeigt sich bereits ab einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.000 Euro: In der Einkommensklasse 2.000 bis unter 3.000 Euro haben 13 Prozent diesen Wunsch, in der Einkommensklasse über 3.000 Euro
23 Prozent.
Mit steigendem Einkommen nehme der Anteil derjenigen, die einen Bausparvertrag besitzen, zu:
Im Durchschnitt hat ihn jeder dritte Mieter. In der Einkommensklasse 2.000 bis 3.000 Euro sind es bereits 44 Prozent, über 3.000 Euro sogar 53 Prozent.
„Für bau- und kaufwillige Mieter“, so Zehnder, „ist Bausparen nach wie vor der erste Schritt ins Wohneigentum“. Dies zeige sich auch bei der Frage, was diejenigen, die zu Miete wohnen bleiben wollten, vom Wohneigentumserwerb abhalte. Haupthindernis sei mit 81 Prozent das fehlende Eigenkapital. 46 Prozent vermuteten in diesem Zusammenhang auch, dass sie bei der Bank keine Finanzierung bekommen würden.
Das Stimmungsbild wird aber auch durch die aktuelle Wirtschaftskrise geprägt. Für 64 Prozent der bekennenden Mieter ist die wirtschaftliche Entwicklung zu unsicher. Jedem Zweiten ist sein Arbeitsplatz nicht sicher genug. Zehnder: „Außerdem ist der Wohn-Riester leider noch eine große Unbekannte und der Aufklärungsbedarf hoch. Irrtümlich glaubt jeder Dritte dieser Gruppe, es gebe keine staatliche Förderung.“
Die Politik müsse den Wunsch gerade der Jüngeren nach Wohneigentum nutzen, damit den Absichten auch Taten folgen. „Deutschland braucht dringend neue Investitionen“, meint Zehnder. Das Nachkriegstief im Wohnungsbau mit nur noch knapp 175.000 Baugenehmigungen sei besorgniserregend. In Ballungsgebieten hätten die Mieten aufgrund der Wohnbaulücke längst angezogen. Der Verband habe davor schon vor Jahren gewarnt und den jährlichen Neubaubedarf mit rund 350.000 Wohnungen angegeben. Verbesserte Instrumente zur zusätzlichen Unterstützung der Eigentumsbildung würden die Situation deutlich entspannen helfen. In den aktuellen Diskussionen der politischen Parteien zeige sich dafür eine Bereitschaft. Das sei sehr zu begrüßen.
(Quelle: Verband der privaten Bausparkassen)